Fallen gibt es ja so einige im Alltag. Manchmal gerät man hinein, manchmal verstrickt man sich immer tiefer darin, so wie z.B. Gabi sich in der Angst-Falle wie in einem Spinnennetz verfing, manchmal erkennt man sie schon von weitem und schafft es, einen großen Bogen darum zu machen und manchmal merkt man gar nicht, dass man schon wieder in der Falle sitzt.
Eine ganz besonders tückische Falle ist die "sobald"- Falle.
Bestimmt ist sie jedem von euch schon mal begegnet, vielleicht seid ihr auch selbst schon hineingeraten in diese Falle. Sie kommt ganz harmlos daher. Oft verbunden mit einem guten Vorsatz.
Und da es in diesem Tagen von guten Vorsätzen ja nur so wimmelt, schien es mir passend, euch die "sobald"-Falle etwas genauer vorzustellen.
Kennt ihr das?
"Sobald ich etwas abgenommen haben, werde ich mir einen schönen Badeanzug kaufen und wieder regelmäßig schwimmen gehen."
Eigentlich kein schlechter Vorsatz. Etwas Hübsches kaufen und regelmäßig Sport treiben. Wäre da nicht die "sobald-Falle".
"Sobald ich diesen Prüfungsstress hinter mir habe, höre ich auf, meinen Körper mit ungesunden Dingen vollzustopfen."
Und was mache ich, wenn nach dem Prüfungsstress der nächste Stress wartet?
"Sobald meine Kinder in die Schule kommen, fange ich an ein Buch zu schreiben."
Und wenn nach den Kindern die Eltern zu Pflegefällen werden, der Chef Mehrarbeit verlangt oder der Ehepartner arbeitslos wird? Wird das Buch dann niemals geschrieben?
Ich wette mit euch, dass jedem von euch noch einige dieser "sobald" - Sätze einfallen.
Ich weiß, ich klinge jetzt wie ein Wanderprediger, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass mich diese "sobald-Falle" immer wieder davon abhält, Dinge zu tun, die ich eigentlich gerne tun möchte. Sie bringt mich dazu, Wünsche auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, statt sie mir zu erfüllen. Manchmal bringt sie mich sogar dazu, Wünsche auf Nimmerwiedersehen zu verschieben, weil ich mir ein sobald voranstelle, von dem ich eigentlich weiß, dass es vermutlich mein ganzes Leben lang nicht zu erreichen ist.
Seit ich für mich diese Falle erkannt habe, versuche ich sie zu vermeiden.
Warum nicht jetzt sofort mit etwas anfangen und sei es auch nur in kleinen Schritten? Auf diese Weise habe ich vor einigen Jahren mit dem Schreiben angefangen. Manchmal hatte ich nur wenige Minuten pro Tag Zeit, später dann vielleicht eine Stunde, irgendwann wurde es dann langsam mehr.
Aber von dem Tag an, an dem ich wenige Minuten pro Tag dem Schreiben gewidmet habe, war ich glücklicher. Weil ich endlich das getan habe, von dem ich vorher schon jahrelang geträumt hatte. Wäre ich in der "sobald"-Falle geblieben und hätte gewartet, bis ich zeitlich und finanziell in der Lage bin, mich rund um die Uhr dem Schreiben zu widmen, hätte ich vermutlich bis heute noch keinen einzigen Satz geschrieben.
Egal wovon ihr träumt. Ob ihr vom Schreiben träumt oder vom Musizieren, von einer Sportart, die ihr schon immer lernen wolltet oder davon, nur noch vegetarisch zu leben, ganz egal - fangt einfach damit an. Jetzt. Und nicht erst, sobald ihr ... na ihr wisst schon was gemacht habt.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Start ins Neue Jahr!
Liebe Jutta,
AntwortenLöschendas sind genau die richtigen Worte zum Jahreswechsel!
Ich bin auch eine typische Protagonistin, die in die Sobald-Falle tritt. Es gibt Dinge, die ich gerne machen möchte, und da kann ich trotz Kinder unheimlich egoistisch sein - dazu gehört das Schreiben, Lesen, Musizieren. Und dann gibt es Dinge, bei denen man sich viel zu schnell aus der Spur werfen lässt, dass sind die Abnehm-Badeanzug-Dinge von denen Du berichtet hast.
Entweder ganz oder gar nicht, ist da eine oft gewählte Ausrede. Du hast völlig recht: Es muss nicht viel sein, manchmal nur ein paar Minuten, aber die regelmäßig.
Feier schön ins neue Jahr, liebe Jutta!
Herzliche Grüße
Nikola
Wie wahr sind deine Worte!
AntwortenLöschenEinen guten Start ins Neue Jahr wünscht
Kristin
Soeben habe ich beschlossen,
AntwortenLöschenliebe Jutta Wilke,
mein 'Sobald' - nein, nicht ganz zu verbannen, aber weiter weg zu rücken...
Danke für diesen Beitrag, diese mutmachenden Gedanken. Ich nehme sie mit.
Ihnen und Ihrer Familie viel Gutes für alle kommenden Tage des Neuen Jahres 2011,
wünscht Hausfrau Hanna
(die sehr sehr, gern wieder und weiterliest hier in Ihrem Blog :-) )