Mittwoch, 26. Januar 2011

Freigelassene Bücher

Man kann Bücher in Regale stellen, man kann sie auf dem Fußboden stapeln, man kann sie bei Ebay verkaufen, man kann sie ins Altpapier werfen (ich kann das nicht!), man kann sie weiter verschenken oder man kann sie einfach freilassen.
Freilassen?
Ja, ihr habt ganz richtig gelesen. Es gibt mehrere hunderttausend Menschen auf der Welt, die ihre Bücher einfach "freilassen".
Das Ganze nennt sich Bookcrossing und macht einen Heidenspaß!

Was ist Bookcrossing?
Bookcrossing ist ein weltweites Netzwerk mit derzeit über 900.000 Bücherfans, die es sich zum Ziel gesetzt haben, ihre Bücher in die Freiheit zu entlassen und dafür ab und zu andere Bücher zu "finden". Im Grunde also ist Bookcrossing eine weltweite Büchertauschbörse, die allerdings viel dem Zufall überlässt.

Und wie funktioniert das Ganze?
Ganz einfach: Man registriert erst sich und später seine Bücher bei http://www.bookcrossing.com/, das übrigens auch über eine sehr gute und informative deutsche Seite verfügt.

Dort kann man seine Bücher, also diejenigen, die man freilassen möchte, mit einem BIC-Code registrieren, die Aufkleber dazu kann man sich kostenlos bei Bookcrossing.com ausdrucken.



Aufkleber in das ausgewählte Buch kleben und dann?





Anschließend lässt man das registrierte Buch frei. Legt es irgendwo hin. Das kann eine Parkbank sein, ein Einkaufszentrum, ein Platz in der U-Bahn. Einfach ein Ort, an dem ein Buch auch hin und wieder gefunden wird ;-)
Dann wartet man

Sobald jemand das Buch gefunden hat, kann er anhand des Registrierungsaufklebers von Bookcrossing.com erkennen, dass es sich hier um ein "freigelassenes" Buch handelt. Ein netter Finder wird sich einloggen und einen Journaleintrag tätigen, damit man nachverfolgen kann, welche Reise das Buch gerade angetreten hat. Der Finder wird gebeten, das Buch nach dem Lesen wieder freizulassen.

Mit ein bisschen Glück kann man so seine freigelassenen Bücher durch die halbe Welt verfolgen.

Das klingt alles ein bisschen verrückt? Ist es vermutlich auch. Aber es macht tatsächlich Spaß. Am besten schaut ihr euch die Bookcrossing-Seite einfach mal an.

Wie heißt es dort so schön?

“Ein Buch ist nicht nur ein Freund, es schafft Dir neue Freunde. Wenn Du ein Buch in Gedanken und im Geist besessen hast, bist Du bereichert. Aber wenn Du das Buch weitergegeben hast, bist Du dreifach bereichert.”
— Henry Miller
The Books In My Life (1969)

Auf Wanderschaft

Mich hat eine neue Leidenschaft gepackt - das Wandern.
Wer jetzt schmunzelt und meint, wollte sie nicht kürzlich noch einen Marathon laufen, hat recht.
Wollte ich.
Aber nicht nur mein Schweinehund, auch mein Körper haben mir einen vorläufigen Strich durch die Rechnung gemacht. Immer häufiger hatte ich nach dem Laufen Knieprobleme, irgendein Zipperlein, das mich plagte und zunehmed öfter auch einfach keine Lust.
Da ich aber einen Ausgleich zum stundenlangen Sitzen dringend brauche, habe ich mich aufs zu Fuß gehen verlegt.




Teils unabsichtlich (mein Auto steht seit Weihnachten defekt im Hof), teils absichtlich.
Die Bewegung und die frische Luft tun mir gut.
Nach einiger Zeit des "Zu-Fuß-gehens" wurden meine Wege immer ausgedehnter, mein Schritt immer strammer, irgendwann merkte ich: Das ist kein Spazierengehen mehr, das ist Wandern. Neudeutsch vermutlich Walken.
Und es macht mir Spaß. Ich habe glücklicherweise ziemlich gute Wanderschuhe, die mich jetzt täglich auf meinen Runden begleiten. Ich bin erstaunt, wie weit ich auch in einem etwas gemächlicheren Tempo komme, noch erstaunter war ich, dass ich nach einem 2-Stunden-Fußmarsch tatsächlich so etwas wie Muskelkater bekommen habe.
Und ich bin euphorisch. Möchte mehr erlaufen. Weitere Strecken gehen. Ich studiere neuerdings Wanderkarten, lese entsprechende Tipps, besorge mir Bücher zum Thema - kurz - es hat mich gepackt.
Noch erkunde ich die Gegend vor meiner Haustür, selbst hier finde ich trotz jahrelanger Läufererfahrung noch viele neue Wege. Einfach, weil ich mit Wanderschuhen Wege gehen kann, die ich in Laufschuhen nicht betreten hätte.

Ich freue mich aber auch schon darauf, anderenorts neue Wege zu finden. Diese Aufbruchstimmung beflügelt mich und reißt mich auch in meinem übrigen Leben mit. Mal schauen, wohin sie mich noch führt. Auf jeden Fall wird es hier ein neues Label geben. Und ab und zu sicherlich einen Wandertipp ;-)

Donnerstag, 20. Januar 2011

15 Fragen an ...



Marliese Arold









Und wieder habe ich ein Autorenportrait für euch.
Die Kinder- und Jugendbuchautorin Marliese Arold war so mutig, sich meinen 15 Fragen zu stellen. Mutig deshalb, weil sie mit Sicherheit in ihrem Schriftstellerleben schon so viele Interviews gegeben hat, dass man sie gar nicht mehr zählen kann.
Zumindest hat sie schon so viele Bücher geschrieben, dass man kaum noch nachkommt mit dem Zählen. Was sie sonst noch so macht, verrät sie uns hier:

1. Liebe Marliese, von welchem Beruf hat die achtjährige Marliese geträumt?

Die achtjährige Marliese war schon fest entschlossen, einmal Schriftstellerin zu werden.

2. Wann hast du den Spaß und die Lust am Schreiben entdeckt?

Schon sehr früh. Meine Mutter erzählte mir vor dem Schlafengehen oft ein Märchen und wenn sie das Licht ausgemacht hatte, erzählte ich mir das Märchen noch einmal - aber diesmal mit mir selbst in der Hauptrolle. Als ich in die Schule gekommen bin und schreiben konnte, fing ich an, Geschichten und Gedichte aufzuschreiben.

3. Wann hast du dein erstes Buch geschrieben und von was handelte es?

Mit 12 schrieb ich meinen ersten Krimi. Es ging um Rauschgift, wilde Verfolgungsjagden - und es gab in der Geschichte fünf Tote. Ich schickte meinen Text damals tatsächlich an einen Verlag. Ich bekam ihn natürlich zurück (sehr zu meiner Enttäuschung!), aber die Lektorin ermunterte mich weiterzumachen, ich würde später bestimmt mal eine gute Schriftstellerin werden.

4. Kannst du dich noch an dein erstes veröffentlichtes Buch erinnern? Wie hieß es und was war es für ein Gefühl, es dann endlich in den Händen zu halten?

Das war 1983 und der erste Band meiner Abenteuerserie "ZM - Streng geheim". Das Buch hieß "Das Geheimnis des alten Professors" und handelte von einem Erfinder, der eine Zeitmaschine gebaut hat und mit drei Kindern zusammen in die Zeit der Dinosaurier reist. Das Buch (es erschien zusammen mit Band 2 und 3) war zuerst im Buchhandel und ich bekam dann erst meine Belege. Ich erinnere mich noch, wie ich in der Buchhandlung stand, die Bücher anfasste und es nicht glauben konnte, dass die tatsächlich von mir waren.

5. Du hast schon so viele Bücher geschrieben, dass ich mit dem Zählen gar nicht mehr nachkomme. Wie viele sind es denn genau? Weißt du das?

Ich habe mir eine Liste gemacht, weil ich sonst auch schon längst den Überblick verloren hätte. Im Moment habe ich 199 Bücher geschrieben.

6. Was ist für dich persönlich die größte Herausforderung bei der Entstehung eines neuen Buches?

Wenn ich ein Buch entwerfe, dann habe ich dabei eine Art Vision von seiner Gesamtheit - also Stimmung, Tempo, Figuren, Umfang ... in der Ausarbeitung versuche ich, dieser Vision nahe zu kommen.

7. Woher nimmst du die Ideen für deine Bücher?

Das kann eine Beobachtung sein, ein Traum, ein Wort, das mich plötzlich anspringt, ein Zeitungsartikel ... Plötzlich ist die Idee da und es fängt an, in meinem Bauch zu kribbeln. Ich muss dann die Idee ganz schnell aufschreiben, damit ich sie nicht vergesse. Manchmal steht das Kribbeln auch für die Ankündigung einer Idee. Ich weiß, dass jetzt gleich etwas kommen wird, etwas wird in meinem Kopf entstehen. Es ist so, als hielte man ein Paket in den Händen und weiß, dass etwas Schönes drin ist, aber man weiß noch nicht, was es ist.

8. Deine Bücher wurden bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ich glaube in mehr als 20. Welche Übersetzung hat dich am meisten gefreut?

Die Übersetzung von "Gespensterpark" ins Englische.

9. Gibt es einen Ort, an dem du dich am liebsten aufhältst, dir die besten Ideen kommen und du vielleicht auch am besten schreiben kannst?

Die Ideen können überall kommen. Man ist nirgends vor ihnen sicher ;-)
Geschrieben wird irgendwo entweder mit dem Macbook auf den Knien, meistens aber ordentlich im Arbeitszimmer am "großen" Mac.

10. Wie sieht eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag bei der Autorin Marliese Arold aus?

Morgens brauche ich lange, bis ich zu arbeiten anfange. Da wird erstmal eine Zeitlang im Internet die Zeit verplempert, Mails gelesen und beantwortet. Ich bin eher eine Nachmittags- und Abendsschreiberin. Wenn der Abgabetermin jedoch näher rückt, klappt es auch vormittags mit dem disziplinierten Schreiben.

11. Du schreibst ja einige recht erfolgreiche Serien. Am bekanntesten sind im Moment wohl die Magic Girls. Wie bist du auf die Idee zu dieser Serie gekommen?

Die Idee dazu entstand schon vor ungefähr 10 Jahren. Ich wollte das Thema Hexen und Freundschaft mischen, aber bevor ich ein Exposé ausarbeiten konnte, brachte der Verlag, dem ich die Serie eigentlich anbieten wollte, eine andere Hexen-Freundschafts-Serie heraus. Ich ließ die Idee also erstmal in der Schublade und holte sie erst wieder heraus, als ich überlegte, was ich für Ars Edition schreiben könnte. Der Verlag war von meiner Idee gleich begeistert und entwickelte ziemlich früh ein ganz tolles Coverkonzept. Dass die Reihe so erfolgreich werden würde, damit hat keiner von uns gerechnet. Ich hatte ursprünglich so an 4 Bände gedacht, aktuell schreibe ich an Band 8 und es ist noch kein Ende in Sicht. Ich habe auch noch viele viele Ideen dazu. Es macht einfach riesigen Spaß.

12. Wie lange brauchst du von der Idee bis zum fertigen Buch?

Das ist unterschiedlich und hängt vom Thema und Umfang ab. Für einen Magic Girls Band brauche ich etwa 6 Wochen, für ein dickes Buch, wie "Die Delfine von Atlantis" 4-6 Monate. Für einen Erstleserband vielleicht eine Woche, für ein Bilderbuch zwei, drei Tage ...

13. Wenn man so viele Bücher geschrieben hat wie du, ist man ja in den Kinderzimmern schon recht bekannt. Wirst du auch auf der Straße erkannt? Kannst du noch ungestört einkaufen gehen?

Im Normalfall werde ich auf der Straße nicht angesprochen. Auf der Buchmesse kann es schon eher sein, dass jemand auf mich zukommt und sagt: "Sind Sie Frau Arold?"

14. An welchen Projekten arbeitest du gerade? Über welche Neuerscheinungen können sich deine Fans demnächst freuen?

Aktuell arbeite ich an Magic Girls Band 8, der im Sommer erscheint. Außerdem kommt im Herbst bei Oetinger mein 3. Delfinroman heraus, "Das Vermächtnis von Atlantis". Außerdem gibt es im Herbst bei Fischerschatzinsel eine Fortsetzung von "Ella Vampirella". Was das Schreiben angeht, so habe ich dieses Jahr lauter schöne Projekte vor mir. Einen witzigen Gruselroman, auf den ich mich schon sehr freue.  Und eine neue Reihe für etwas Ältere (da darf ich noch nix verraten!).

15. Welchen Rat würdest du jungen Menschen geben, die gerne schreiben oder sogar davon träumen, Autor zu werden?

Viel lesen, viel schreiben und viel Geduld haben. Schreiben ist ein ständiger Lernprozess. Selbst ich lerne immer noch etwas dazu.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß beim Schreiben!

Hier noch ein kleiner Steckbrief von Marliese Arold:

Was mir wichtig ist: Toleranz, Fantasie, Gerechtigkeit, Rücksichtnahme. Bücher, Lesen.
Was ich nicht mag:  Engstirnigkeit, dumme Politiker, Verlogenheit, Egoismus

Lieblingstier: Pferd
Lieblingsfarbe: Rot

Am liebsten esse ich: Steak mit Pommes und Bananensoße, aber auch Blätterteigtaschen mit Spinat und Mozzarella, außerdem Nougatschokolade und Marzipan
(Anmerkung: Marliese hat die Gummibärchen unterschlagen!)

Meinen Urlaub verbringe ich meistens: Zu Hause, aber ich liebe auch die Berge und das Meer.

Mein größter Wunsch ist: Noch viele Bücher zu schreiben, an denen Leser ihren Spaß haben.

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Liebe Marliese,
vielen Dank für das Interview und deine ausführlichen Antworten. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich bin wieder einmal mehr beeindruckt von deiner Vielseitigkeit und deiner Arbeitswut.

Für die anderen:

Wer mehr über Marliese Arold nachlesen möchte, kann das auf ihrer Homepage tun: http://www.marliese-arold.de/

Hanau liest ein Buch

Es ist wieder so weit.
Auch in diesem Jahr findet in meiner Heimatstadt die Aktion Hanau liest ein Buch statt.

Zahlreiche Vorschläge wurden von der Jury geprüft. Ausgewählt wurde dann der Roman "Angerichtet" von Hermann Koch.

Zusammenfassung:

Ein Abend im Sternerestaurant. Zwei Elternpaare - eine lebenswichtige Entscheidung.
Angerichtet erzählt ein Familiendrama, das um die Frage kreist: Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen? Ein Roman, der ins Herz schneidet.
Zwei Ehepaare - zwei Brüder und ihre Frauen - haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie sprechen über Filme und Urlaubspläne und vermeiden zunächst das eigentliche Thema: die Zukunft ihrer Söhne Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Paul Lohmann, der Erzähler und Vater von Michel, will das Beste für seinen Sohn. Und ist bereit, dafür weit zu gehen, sehr weit. Auch die anderen am Tisch haben ihre eigene, geheime Agenda. Während des Essens brechen die Emotionen auf, schwelende Konflikte zwischen den Brüdern entladen sich, und auf einmal steht eine Entscheidung im Raum, die drei der vier mit aller Macht verhindern wollen.



Am Donnerstag, dem 3. Februar 2011 um 19.00 Uhr wird das Buch von Oberbürgermeister Claus Kaminsky im CONGRESS PARK HANAU "angelesen".

Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Die Veranstaltung "Anlesen" bietet einen wunderbaren Rahmen, das ausgewählte Buch erstmals kennenzulernen, sich über die Aktion Hanau liest ein Buch zu informieren und sich als Vorleser für diese Aktion zu registrieren.

Weitere Informationen findet man in regelmäßigen Abständen hier:

http://www.hanau.de/kultur/literatur/lesen/index.html

Samstag, 15. Januar 2011

Basteltag

Heute war mal wieder Basteltag.
Die Homepage wurde mit der ersten Pressemitteilung zum Holundermond bestückt, desgleichen meine Holundermond-Seite und der dazu gehörige Blog.

Letzte Woche war ich zum Interview in die Redaktionsräume des Hanauer Anzeigers eingeladen, am Tag danach besuchte uns noch ein Fotograf zu Hause und schoss Fotos am Küchen Arbeitstisch.

Es wird zwei verschiedene Artikel geben, der erste erschien heute auf der Kinderseite des Hanauer Anzeigers und gefiel mir gerade deswegen besonders gut. Schließlich ist der Hanauer Anzeiger damit die erste Stimme, die sich direkt an meine zukünftigen Leserinnen und Leser richtet.

Zum Artikel über die ehemalige Rechtsanwältin, die zum Erstaunen des Redakteurs gar nicht so aussah, geht es hier: http://www.holundermond.de/5.html

Freitag, 14. Januar 2011

Im Hintergrund

Mein Blognachbar Thinkabout hat seinen Beitrag heute den Menschen im Hintergrund gewidmet. Den Freunden, Familienangehörigen oder auch Kollegen im Hintergrund, ohne die derjenige, der vielleicht im Vordergrund steht, gar nicht all das leisten könnte, was er vielleicht geleistet hat.
Damit spielt er mir einen Ball zu, den ich dankbar aufnehme.
Denn auch ein Autor hat Menschen im Hintergrund. Menschen, die ihn auf seinem Weg zum Buch begleiten, die ihn unterstützen, ihm zur Seite stehen bei Höhen und Tiefen, die ihm raten oder auch einfach nur zuhören. Menschen, die als Testleser fungieren, als Auffangbecken für vielfach schlechte Laune und als Ideengeber, wenn der Plot hakt.
Keiner dieser Hintergrundhelfer steht später mit auf dem Buchrücken. Und doch hätten sie eigentlich genau dort einen Platz verdient, weil sie mindestens ebenso viel  Anteil am Gelingen eines Buchprojekts tragen, wie der Autor selbst.
Für eine Handvoll ist oft ein wenig Platz auf den letzten Seiten eines Buches, um wenigstens ihnen danke sagen zu können. Allen, die tatsächlich geholfen haben, wird man mit diesen wenigen Worten niemals gerecht.

In meinem Holundermond-Blog will ich euch in den nächsten Tagen die Menschen vorstellen, die mir vorrangig bei der Entstehung dieses Romans geholfen haben.
Diesen Blogbeitrag heute und hier widme ich aber einer Person, die mich jetzt seit etwas mehr als einem Jahr durch mein Schreiben begleitet: Meiner Agentin Michaela Hanauer.

Dass ich sie fand, war ein reiner Glücksfall. Eigentlich habe ich bei XING Menschen aus meinem Wohnort(Hanau) gesucht, als ihr Name in meiner Suche genannt wurde.
Nomen est Omen heißt es ja so schön und ich bin heute noch glücklich, dass ich Michaela Hanauer mit meinen Leseproben überzeugen und als Agentin für mich gewinnen konnte.

Sie ist die, die für meinen Holundermond einen so wunderbaren Verlag gefunden hat. Auch die schönen Bilderbücher bei Duden sind durch ihre Unterstützung zustande gekommen. Sie ist aber auch die, die meine Ungeduld aushält, für meine Ideen immer ein offenes Ohr hat, die meine vielen vielen Anfängerfragen zum Verlagsgeschäft mit einer Engelsgeduld beantwortet, die ihresgleichen sucht.
Sie ist die, die mir den ganzen lästigen Papierkram vom Leib hält und auch mal Feuerwehr spielt, wenn es brennt. Irgendwo bei einer Kollegin auf der Homepage habe ich kürzlich den schönen Satz gelesen: ... xy denkt, meine Agentin lenkt.
Ich glaube, es war Antonia Michaelis, die dies geschrieben hat.

Michaela Hanauer ist der Mensch im Hintergrund, der meinem kreativen Denkchaos die richtige Richtung gibt.
Wenn ich mich in meinem Übereifer zu verzetteln drohe, entwirrt sie meine Fäden, behält den Überblick, koordiniert Abgabetermine und klärt das Kleingedruckte. Sie ist diejenige, die die Verträge versteht (!), die für mich nach wie vor trotz meines Jurastudiums oft nur böhmische Dörfer sind (hier denkt euch jetzt einen rotwerd-Smilie) und sie ist diejenige, die sich für mich ein ums andere Mal die Füße auf Messen plattläuft.

Michaela Hanauer gebührt also von meiner Seite aus ein ganz herzliches Dankeschön.
Und das musste hier mal gesagt werden :-)

Donnerstag, 13. Januar 2011

Der Erlkönig

So sieht es aus (und hört es sich an), wenn die Jungen Dichter und Denker (JDD) sich mit klassischer Literatur beschäftigen:



Und da heißt es immer, die alten Klassiker seien für Kinder zu langweilig.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Schreiballtag

Mein Schreiballtag ist zurückgekehrt und ich fühle mich pudelwohl damit.
Noch Ende letzter Woche wurde ich mit einer kleinen Auftragsarbeit positiv überrascht, die ich inzwischen sogar schon erledigen konnte. Ich durfte ein weiteres Bilderbuch für Kleine mit Reimen bestücken und da ich wahnsinnig gerne nach Reimen suche, hat mir diese Arbeit viel Spaß gemacht.

Inzwischen sitze ich wieder an meinem kleinen Kinderkrimi, den ich für Erstleser schreibe. Bis Mitte Februar will ich damit fertig sein. Um dann hoffentlich den Krimi für die größeren Leser (so ab 15) schreiben zu können.

Dass mich dazwischen eine ganz neue, andere Geschichte am Wickel gepackt hat, habe ich schon erzählt, oder? Gleich heute will ich ein neues Schulheft kaufen, um die ersten Ideen, Eindrücke, Fragen, die in meinem Kopf zu dieser Geschichte auftauchen, festhalten zu können.




Jede Geschichte bekommt von mir ein eigenes Heft oder Notizbuch. Je nach Umfang der Geschichte. Hier wird gesammelt, gebrainstormt, gekritzelt, was das Zeug hält und wenn das Heft voll ist, steht (meistens) auch mein Plot und ich mache mich ans Exposé.




Ich gehöre ja zu den sehr gründlichen Plottern, schreibe fast schon kurze Kapitelzusammenfassungen vor dem eigentlichen Schreiben. Das mag nüchtern klingen.
Für mich hat es den Vorteil, dass ich dann in aller Ruhe abwarten kann, bis die Geschichte gereift ist oder ein Verlag an ihr Interesse zeigt. Wenn sie dann geschrieben werden will/soll, kann ich sofort loslegen.

Und jetzt fahre ich in die Stadt - Notizhefte einkaufen.

Montag, 10. Januar 2011

Küchenarbeit

In unserem Schreibforum zeigen wir uns gerade mal wieder gegenseitig unsere Arbeitsplätze.
Und nachdem die Weihnachtsferien jetzt endlich rum sind und das neue Jahr so richtig angefangen hat, starte ich auch voller Elan in das neue Schreibjahr.

Zur Erinnerung:
Diesen wirklich wunderschönen Schreibtisch schenkte mir mein Mann zu meinem letzten Geburtstag.


Obwohl mir der Schreibplatz wirklich gut gefällt, bin ich dort nie heimisch geworden. Ich kann meine Geschichten nach wie vor nur an einem Ort schreiben, der für mich mit Leben gefüllt ist. Sei es in einem Café, mitten in der Bahn in einem Großraumwagen oder aber am Küchentisch.

So sieht es daher normalerweise aus, wenn ich schreibe:


So sieht unser Küchentisch nur am frühen Morgen aus. Im Lauf des Tages kommen dann etliche Bücher, Notizbücher, Papiere und Schmierzettel dazu, die ich dann am Abend auf einen großen Stapel schiebe und zur Seite räume. Kreatives Chaos nennt man das wohl. Ein Schreibtisch wäre sicher sehr viel praktischer - aber ich kann es einfach nicht. Ich brauche das Chaos um mich herum und vor allem die Kaffeemaschine in meiner Nähe und den Platz, den dieser Tisch zum sich ausbreiten bietet.

Im Lauf des Tages sitzt dann auch mal das eine oder andere Kind bei mir, mit Kakao, mit Hausaufgaben oder einfach nur zum Malen. Ich mag das so.

Das führt mich zu der Frage: Wie sehen eure Arbeitsplätze aus? Schreibtisch? Küchentisch? Aufgeräumt oder eher chaotisch? Wer mag, schickt mir ein Foto an jutta.wilke(at)gmx.net und ich veröffentliche euren Arbeitsplatz dann in diesem Blog.

Freitag, 7. Januar 2011

Gewonnen!

Die Kinderredaktion verloste in ihren Adventskalender zahlreiche wunderschöne Bücher. Eins davon habe ich gewonnen und ich freue mich riesig darüber.
Warum? Weil das  Kinder Künstler Kritzel Buch genau zur richtigen Zeit in unsere Regenwetter-Weihnachtsferien geflattert kam.


Das Kinder Künstler Kritzel Buch ist DIN A 4 groß, wunderbar dick und voller witziger Anregungen zum Malen und Kritzeln. Am liebsten hätte ich sofort einen Stift genommen und losgezeichnet, das Buch ist nämlich absolut nicht nur für Kinder ein Riesenspaß.

Die Labor Ateliergemeinschaft, bestehend aus Philip Waechter, Anke Kuhl, Christopher Fellehner, Natascha Vlahovic, Kirsten Fabinski, Moni Port, Claudia Weikert, Zuni Fellehner und Jörg Mühle hat das Buch randvoll gepackt mit Seiten zum Anmalen, Weitermalen und Selbermalen.

Einige Beispiele seht ihr hier. Weil die Bildüberschriften beim Abfotografieren etwas gelitten haben, setze ich sie nochmal unter die Fotos drunter.



Mit wem wippt Bruno?


Rudis tollstes Geburtstagsgeschenk!  Und sein doofstes.



Das hässlichste Bild der Welt

Auf fast 100 Doppelseiten gibt es noch viele spannende Malaufgaben zum Nachdenken und Weitermalen.
In was verwandelt sich zum Beispiel Günter, der Käfer, bei Vollmond? Wie liegt ein Küken im Ei? Und wie ein Krokodil? Und wie sieht eigentlich ein Pups aus?

Von hier aus ein herzliches Dankeschön an die Kinderredaktion für diese tolle Entdeckung.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Das Universum und der ganze Rest

Irgendwie ist der Schreiballtag noch nicht wieder so richtig in Gang gekommen.
In den Verlagen sind vermutlich die meisten Mitarbeiter noch in den Winterferien. In vielen Bundesländern ist ja auch morgen noch ein Feiertag, wodurch sich ein langes Wochenende geradezu anbietet.
Wir haben zwar keinen Feiertag morgen aber trotzdem Weihnachtsferien, so dass ein Teil meiner Kinder sich noch zu Hause tummelt. Oder sollte ich besser schreiben lümmelt? Mein Roman, der noch im Januar erscheinen soll, lässt auch auf sich warten und meine ohnehin schon kaum vorhandene Geduld wird auf eine harte Probe gestellt.

Mich juckt es in den Fingern. Ich will wieder schreiben. Nicht nur so zwei drei Sätze pro Tag, sondern richtig.
Dazu fehlt noch die Zeit, die Ruhe im Haus und es fehlen auch noch ein paar konkrete Rücksprachen mit dem Verlag.
Heute schickte ich ein Stoßgebet ans Universum: Lass irgendetwas passieren. Schick mir etwas zum Schreiben. Bitte.

Fünf  Minuten später klingelte das Telefon. Und ich bekam einen kleinen, aber feinen Schreibauftrag für zwischendurch. Gerade richtig, um die Wartezeit bis zum Durchstarten zu füllen. Sofort ist das Kribbeln im Bauch, das sich bei jedem neuen Projekt bei mir bemerkbar macht, wieder da, die Endorphine kehren zurück, das Adrenalin steigt. Ich schreibe.

Ich habe es ja schon immer gewusst, dass das Universum Wünsche erfüllt ;-)

Dienstag, 4. Januar 2011

Neuerscheinungen

Seit einigen Tagen stapeln sich in den Buchläden wieder die Kataloge. Die Neuerscheinungen des Frühjahrs 2011 stehen fest und werden in den Verlagsprogrammen angekündigt.
Ich weiß nicht, ob diese Zahl stimmt, aber irgendwo habe ich gelesen, dass in Deutschland im Schnitt täglich 20 neue Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht werden. Täglich! Selbst wenn diese Zahl geringfügig nach unten zu korrigieren ist, sind das immer noch unglaublich viele neue Bücher.

Auch in unserem Schreibwelt-Forum gibt es wieder einige wunderschöne Neuerscheinungen zu feiern und vor allem zu lesen!
Bei einer so großen Zahl von neuen Büchern fragt man sich aber auch, wie diese eigentlich vom Leser gefunden werden?

Nicht alle haben das Glück, an einen Verlag zu geraten, der ein großes Budget für Werbung hat, nicht jede Neuerscheinung wird im Buchhandel in der ersten Reihe platziert und manches Buch erscheint gar nicht erst in einem Laden, sondern kann bestenfalls beim Großhändler oder direkt beim Verlag bestellt werden.

Um wenigstens einem Teil der Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuchbereich eine Plattform zu bieten, hatte meine Kollegin und Blognachbarin Alice Gabathuler eine wunderbare Idee.

Sie stellt im Januar ihren Blog zur Verfügung, um wenigstens einen Teil der Neuerscheinungen dort ihren Lesern vorzustellen.
Unter der Rubrik Lesefutter schreibt sie dazu:

Im Januar startet hier im Blog eine neue Serie: Ich stelle euch neue Bücher von AutorenkollegInnen vor. Ohne dafür bezahlt zu werden, einfach so ;-)
Das heißt: Natürlich mit dem Hintergedanken, bei euch die Leselust zu wecken.
Ich finde diese Aktion wunderbar.
Weil sie vielleicht dazu führt, dass die Leser von Alices Blog auf das eine oder andere Buch aufmerksam gemacht werden, dass ihnen in der Masse der Neuerscheinungen sonst vielleicht verborgen geblieben wäre.
Weil schöne Kinder- und Jugendbücher gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen können. Und natürlich auch, weil ich für mich viele Anregungen für mein persönliches Lesefutter erhoffe.

Die erste Buchvorstellung im Blog von Alice findet ihr hier: http://wwwkreuzundquer.blogspot.com/2011/01/emmis-welt.html

Montag, 3. Januar 2011

Mein Schreibhelfer

Cornelia Funke soll ja einen Homunkulus haben. Ein fliegenbeiniges dünnes Wesen, das ihr beim Schreiben zur Seite steht.
Feneglio aus der Tintenwelt hatte Rosenquarz, den kleinen zerbrechlichen Glasmann.
Und ich habe einen Nisse.


Irgendwann an Weihnachten war der Nisse plötzlich da und fing an, mir Geschichten ins Ohr zu flüstern. Er erzählte mir, dass er Kalle heißt und der kleine Brunder von Lasse ist.
Sein Lieblingsplatz ist der Küchentisch - wie könnte es anders sein - schließlich ist das ja auch mein Lieblingsschreib- und -arbeitsplatz.
Jetzt sitzt Kalle hier und schaut mir auf die Finger. Kein Wort entgeht ihm, kein Buchstabe kann sich ungelesen an ihm vorbeimogeln.
Und nachts flüstert mir Kalle neue Geschichten ins Ohr. Ich muss sie nur noch aufschreiben.

Sonntag, 2. Januar 2011

Der Eremit

Nein, keine Angst, ich habe nicht beschlossen, im neuen Jahr zum Einsiedler zu werden.
Aber ich habe, ähnlich wie meine Blognachbarin Annette Weber, in einem "magischen Moment" eine Tarotkarte gezogen, die für mich und mein auf mich zukommendes Jahr stehen soll.

Aus dem Stapel der Karten des "Großen Arkanums" zog ich diese Karte:

Der Eremit

Der Eremit bedeutet, zu sich zu stehen und sich treu zu sein, gerade auch in der Begegnung mit anderen Menschen.

Als Jahreskarte möchte der Eremit, dass ich mich im kommenden Jahr damit auseinandersetze, was ich persönlich wirklich will, wohin mein Weg mich führen soll und ob die Strukturen meines derzeitigen beruflichen und privaten Lebens noch mit mir und meiner Wesensart in Einklang stehen. Vielleicht sind Veränderungen nötig, um diesen Einklang wieder herzustellen, vielleicht ist zunächst auch einfach nur Ehrlichkeit mir selbst gegenüber wichtig, um zu spüren, was ich wirklich will und wohin ich weiter möchte.

Auf jeden Fall scheint mir das eine sehr passende Karte für mein kommendes Jahr zu sein. Ich freue mich darauf, mir selbst wieder näher zu kommen. Und ich freue mich auf dieses neue Jahr, das heute an seinem zweiten Tag vor mir liegt wie ein Buch, dessen erste Seiten ich bereits angelesen und das mich sofort in seinen Bann gezogen hat.