Dienstag, 30. Juni 2015

Nikolas

Ich würde euch gerne Nikolas vorstellen. Nikolas Carter.
Der junge Mann begleitet mich zur Zeit Tag und Nacht, ist eigentlich permanent anwesend, auch dann, wenn ich ihn gerade überhaupt nicht gebrauchen kann. Nikolas hatte es in seinem bisherigen Leben nicht immer leicht, jetzt macht er es mir nicht immer leicht. Er will nach den Sternen greifen und verliert dabei manchmal den Boden unter den Füßen. Oder landet unsanft auf demselben.



Wir arbeiten hart zusammen. Schenken uns nichts. Nikolas stellt viele Fragen und findet mindestens genau so viele Antworten, die ihn dann nur immer wieder zu neuen Fragen führen. Und manchmal auch zu einem Gedicht. Von Rilke zum Beispiel. Das sind dann die Momente, in denen wir uns auch schweigend verstehen.


Sonntag, 28. Juni 2015

Nimm dir, was du brauchst



Diese liebe Postkarte lag gestern in meinem Briefkasten! Ich habe mich so sehr über die Überraschung von Hanne von der Book Lounge Lesegenuss gefreut!
Danke Danke Danke

Das Beste an dieser Karte ist: Ich brauche eigentlich nur ganz wenig davon. So ganz spontan würde ich zugreifen bei Geistesblitz für mein aktuelles Manuskript, ein Tapetenwechsel wäre auch nicht schlecht, na ja und zu einer klitzekleinen Gehaltserhöhung würde ich auch nicht nein sagen.

Es bleibt aber noch ganz viel übrig. Deshalb - bedient euch bitte und nehmt, was ihr braucht ☺
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!




Dienstag, 23. Juni 2015

Fundsache - 2




PS: Die Gewinnerin aus der Aktion Post-für-Dich ist inzwischen auch ermittelt. Meine Postkarte mit handgeschriebenen Grüßen geht an Sheena S. Herzlichen Glückwunsch!




Montag, 22. Juni 2015

Ballast

Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass es nicht immer einfach war in den letzten Monaten. Mein Leben blieb nicht immer dort, wo ich es haben wollte, machte mir Striche durch meine Rechnungen, ließ sich nicht einfach fassen und leben, sondern schien sich gegen mich verschworen zu haben.
Oft fühlte ich mich wie jemand, der mitten im Ozean strampelt und strampelt und dabei vollkommen die Richtung verloren hat. Eigentlich bin ich eine gute Schwimmerin. Schließlich war ich mal Triathletin. Die Betonung liegt auf "war". Im realen Leben absolvierte ich meinen letzten Wettkampf, als mein Zweitgeborener 3 Jahre alt war. Das ist jetzt 19 Jahre her. Das Training stellte ich bald darauf auch ein. Gelaufen bin ich allerdings noch eine Weile länger, bis hin zum ersten und einzigen Marathon vor 12 Jahren. Seitdem wurde es mit der Bewegung immer weniger.
Aber auch bildlich gesprochen wurde ich immer träger. Ich war früher ein einziges Energiebündel. Habe andere mitgezogen, konnte andere motivieren, anspornen, von meiner Kraft abgeben. Seit Monaten war das nicht mehr so. Ich fühlte mich leer, ausgelaugt, kraftlos und - was noch viel schlimmer war - schrecklich mutlos. Denn das Schwimmen im Ozean meines Lebens fühlte sich an, als hätte mir jemand Bleigewichte an die Füße gebunden. Alles Strampeln half nichts, ich schluckte Salzwasser und das gleich literweise.
Und jedesmal, wenn ich etwas Auftrieb hatte, ist eine große Hand daher gekommen und hat mich wieder unter Wasser gedrückt. So jedenfalls fühlte es sich an in den letzten Jahren ... mein Leben.



Aber: Ich kann nicht nur gut schwimmen (eigentlich) - ich liebe auch das Meer. Und zwar vor allem das wilde, stürmische, nicht berechenbare Meer. Wäre also gelacht, wenn ausgerechnet das Meer, und sei es auch nur bildlich gesprochen, mich unterkriegen würde.
Was hilft, wenn man zu ertrinken droht? Ich griff nach jedem noch so kleinen Holzbalken, manchmal war es nur ein Strohhalm, der vorbei schwamm. Rettungsleinen in Form von Freunden, von Büchern, von Ärzten, von guten Ratschlägen, was sich in meine Nähe traute, wurde umklammert. Und so ganz allmählich kommt es zurück, das Selbstvertrauen in die eigenen Schwimmkünste.



Das Umstellen dieses Blogs auf fröhlichere Farben war ein erster Schritt. Jetzt gilt es, den Ballast loszuwerden, der sich in den letzten Jahren angesammelt hat. Gegen die Rückenschmerzen und einen komplett verspannten Nacken suche ich noch nach Hilfe. Für einen Yogakurs habe ich mich bereits angemeldet. Die Seele geht jetzt regelmäßig in einen Chor und blüht wieder auf. Den sichtbaren Ballast hier im Haus habe ich angefangen auszumisten. Kleiderschränke, Bücherregale, Küchenschränke.
Dem fühlbaren Ballast (okay, auch der ist sichtbar) von angesammelten 15 Kilo Übergewicht in den letzten Jahren habe ich ebenfalls den Kampf angesagt (und etwas verschämt ganz unten unter meinem Blog einen Gewichtsticker installiert, um mich selbst zu motivieren). Gestern war ich seit Monaten das erste Mal wieder laufen. Vermutlich hätte ich mit meinem Gestampfe bei Jurassic-Park als Statist eine Rolle bekommen, aber - hey - ich WAR LAUFEN! Und werde es heute wieder tun.

Und das Schreiben? Davon erzähle ich euch im nächsten Blogbeitrag. Nur so viel: es schreibt sich wieder. Und es fühlt sich verdammt gut an.




Sonntag, 21. Juni 2015

Blog-Liste

Wenn ihr in meinem Blog nach unten scrollt, findet ihr auf der rechten Seite eine Liste meiner aktuellen Lieblingsblogs, die sich je nach der momentanen Interessenslage meinerseits immer mal wieder verändert hat.
Nun wollte ich in den letzten Tagen ein bisschen aufräumen. Blogs rausnehmen, in denen sich lange nichts getan hat, andere einfügen, die ich neu entdeckt habe und mit euch teilen wollte.

Aber - Pustekuchen - nix geht mehr. Das Gadget "BlogList" funktioniert nicht mehr, jedenfalls nicht da, wo ich es aktuell brauche. Wenn ich neue Blogs hinzufügen will und den entsprechenden Button anklicke, passiert ... nichts.
Was jetzt? Falls jemand von euch ebenfalls seinen Blog bei blogspot.de eingerichtet hat und einen Rat weiß, immer her damit. Ich werde jetzt noch ein paar Tage warten und hoffen, dass jemand vom "Personal" den Fehler bemerkt und behebt, ansonsten bleibt nur noch der Weg, meine Lieblingsblogs für euch als Linkliste einzustellen. Für mich ganz eindeutig die schlechtere Wahl, weil man dann ja nie sieht, welche Blogbeiträge neu erstellt worden sind, welche schon ewig im Netz dümplen. Die alte Blogliste würde mir so, wie sie war, deutlich besser gefallen. Hoffen wir mal, dass Rettung naht.





Freitag, 19. Juni 2015

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Navid Kermani

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den deutschen Orientalisten, Schriftsteller und Essayisten Navid Kermani zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt. In der Begründung des Stiftungsrats heißt es:

"Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2015 an Navid Kermani. Der deutsche Schriftsteller, Orientalist und Essayist ist eine der wichtigsten Stimmen in unserer Gesellschaft, die sich mehr denn je den Erfahrungswelten von Menschen unterschiedlichster nationaler und religiöser Herkunft stellen muss, um ein friedliches, an den Menschenrechten orientiertes Zusammenleben zu ermöglichen. Seine wissenschaftlichen Arbeiten, in denen er Fragen der Mystik, der Ästhetik und der Theodizee insbesondere im Raum des Islam nachgeht, weisen Navid Kermani als Autoren aus, der mit großer Sachkenntnis in die theologischen und gesellschaftlichen Diskurse einzugreifen vermag. Die Romane und Essays von Navid Kermani, insbesondere aber auch seine Reportagen aus Krisengebieten zeigen, wie sehr er sich der Würde des einzelnen Menschen und dem Respekt für die verschiedenen Kulturen und Religionen verpflichtet weiß, und wie sehr er sich für eine offene europäische Gesellschaft einsetzt, die Flüchtlingen Schutz bietet und der Menschlichkeit Raum gibt.“ (Quelle: www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de)

 © Thomas Frey/dpa


Ich freue mich über diese Nachricht.
Der Deutsch-Iraner Navid Kermani hat diesen Preis mehr als verdient. Er hat auch den Hessischen Kulturpreis verdient, der ihm 2009 zunächst angetragen, dann wieder aberkannt, dann aber doch verliehen worden ist. Grund für diesen Hickhack war ausgerechnet ein Kardinal - Kardinal Lehmann, ebenfalls einer der vier Preisträger, sah sich außerstande, den Preis gemeinsam mit Kermani entgegenzunehmen und wandte sich an den Ministerpräsidenten, der den Preis zunächst auch wieder aberkannte. Hiervon erfuhr Kermani seinerzeit aus der Presse, nicht etwa aus dem Ministerium. Der Grund Lehmanns: Ein Feuilleton-Artikel Kermanis in der NZZ über ein Kreuzigungsgemälde von Guido Reni.

Der Feuilletonartikel ist HIER nachzulesen.

Das monatelange Hin und Her um den Hessischen Kulturpreis - das Preisgeld stiftete Kermani übrigens einer katholischen Kölner Kirchengemeinde - zeigt einmal mehr, wie dringend "Brückenbauer" zwischen den Religionen benötigt werden. Als solchen bezeichnete der damalige hessische Ministerpräsident Koch Kermani  in seiner Entschuldigung, zu der Koch sich anlässlich der Preisverleihung in Wiesbaden dann doch genötigt sah.

Der Spiegel nennt Kermani einen republikanischen Geist, der Pathos nicht scheut und Schwärmerei nicht verabscheut, der temperamentvoll streitet, scharf beobachtet und licht und konzise argumentiert. Kermani selbst bezeichnet sein politisches Denken als seinem Wesen nach widerspenstig, indem er das Gewordene stets als Gemachtes entschlüssele. Kermani ist einer, der Gegebenheiten nicht als gegeben hinnimmt, sondern er hinterfragt, sucht nach den Gründen, wie es dazu kommen konnte. Und gibt damit die Schlüssel in die Hand, scheinbar für immer verschlossene Türen wieder zu öffnen.

So hat er in seiner Rede vor dem Bundestag zum 65. Jahrestag des Grundgesetzes seinen tief empfunden Dank an die Republik, in der er lebt, mit dem Appell verbunden, dass dieses Land seine Verfassung nicht nur ernst nehmen, sondern auch praktizieren soll: "Ein wundervoll bündiger Satz - 'Politisch Verfolgte genießen Asylrecht' - geriet 1993 zu einer monströsen Verordnung aus 275 Wörtern, die wüst aufeinandergestapelt und fest ineinander verschachtelt wurden, nur um eines zu verbergen: dass Deutschland das Asyl als ein Grundrecht praktisch abgeschafft hat."

Kermani macht es seinen Lesern und denen, die ihm zuhören, nicht immer einfach. So hat er sich z.B. gegen das Urteil des Landgerichts Köln gewandt, das die Beschneidung von Kleinkindern verbot.
Kermani verurteilte auch die Volksabstimmung zum "Minarettverbot" in der Schweiz. Dies sogar weniger als Unterstützer einer in der Schweiz religiösen Minderheit, sondern vor allem aus der Erkenntnis heraus, dass ein Grundrecht, das zur Abstimmung gestellt wird, damit kein Grundrecht mehr ist.
Navid Kermani ist unbequem. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Kermani sucht die Auseinandersetzung und erreicht damit die Annäherung. Solche "Brückenbauer" brauchen wir.

Und deshalb gratuliere ich der Jury des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, vor allem aber Navid Kermani zu dieser Entscheidung.








Dienstag, 16. Juni 2015

Gartenzeit

Der Sommer steht vor der Tür, es ist Gartenzeit.
Für mich ein guter Grund, euch einmal meine Lieblings-Gartenblogs vorzustellen.

Da ist einmal der Garten meiner Kollegin Nikola Hahn, die ganz in meiner Nähe wohnt und deren Garten ich leider trotzdem noch nie real gesehen habe. Umso lieber lasse ich mich von ihren wunderschönen Gartenfotos mitnehmen  zu einem Spaziergang durch ihr kleines Paradies mit dem hübschen Namen Baumgesicht.

Dann ist da noch der Schweizer Garten, den sicher viele von euch kennen, weil er im Netz recht präsent ist. Das Besondere an diesem Garten ist die Entstehungsgeschichte, die man von Anfang an mitverfolgen konnte. Carmen hat einen wunderschönen Garten geschaffen und wie bei allen anderen Gärtnerinnen auch, frage ich mich immer, ob ihr Tag mehr Stunden hat als meiner. Ich schaffe es ja gerade mal eben so, meine Terrassentöpfe einigermaßen zu bepflanzen.

Der dritte Blogger-Garten gehört Happy Sonne und auch dieser Garten ist angefüllt mir wunderbaren großen und kleinen Ideen, die allesamt zum Nachahmen verführen. Ich mag am liebsten das kleine Häuschen mit dem nostalgischen Kinderbett. Da möchte ich mich jedesmal beim Anschauen sofort reinlegen.

Viel Spaß bei den virtuellen Gartenbesuchen!





Montag, 15. Juni 2015

Fundsache - 1

Unser Haus platzt vor lauter Büchern fast aus allen Nähten. Trotzdem ist kein Buchladen, kein Antiquariat und kein Bücherflohmarkt vor uns sicher. Und weil wir uns besonders gerne und auch oft Bücher aus zweiter Hand ins Haus holen, stoßen wir in diesen Büchern immer wieder auf liebevolle handgeschriebene Widmungen.
Oft sitzen wir da und überlegen, ob sich Opa Ernst oder Tante Helene wohl über das Büchlein zu Weihnachten oder zum Geburtstag gefreut haben und welchen Weg es wohl hinter sich hatte, bis es dann endlich im Regal eines Antiquariats oder in einer Bananenkiste auf dem Flohmarkt gelandet ist.

Und weil die Widmungen immer wieder spannend sind und ihre ganz eigenen Geschichten erzählen, will ich sie euch hier in unregelmäßigen Abständen zeigen. 

Hier kommt sie also - unsere Fundsache Nummer 1 - viel Spaß damit!

Was wohl aus Verena und Matthias geworden ist?


Und nochmal zur Erinnerung: Wer bei der Aktion Post-für-dich gerne noch mitmachen möchte, kann das HIER tun.


Sonntag, 14. Juni 2015

Post für dich

Zugegeben:
Die Idee ist nicht alleine auf meinem Mist gewachsen, sondern ich wurde durch meine Blog-Nachbarin Hausfrau Hanna inspiriert.
Frau Hanna schickte eine fröhliche Postkarte auf Reisen - und das nicht etwa virtuell, sondern ganz real. HIER geht es zu ihrem Beitrag.
Leider hatte ich von der Aktion zu spät gelesen und konnte deshalb nicht mehr mitmachen. Dabei freue ich mich auch über jede liebe Postkarte und jeden brichtigen Rief - um es mit Pippi Langstrumpf zu sagen - in meinem Briefkasten. Statt dessen nur Werbung, Rechnungen, Mahnungen und Post vom Finanzamt.
Das muss anders werden. Deshalb starte ich heute die Aktion Post-für-dich.


Und so funktioniert es:
Ich habe aus meinem Fundus eine Postkarte ausgesucht, die auf Reisen gehen soll. Den Empfänger / die Empfängerin lose ich unter allen aus, die diesen Beitrag hier kommentieren und ein kurzes
"Post für mich" hier hinterlassen, und schon geht ein selbstverständlich handgeschriebener Gruß auf die Reise.

Gleichzeitig bitte ich zwei BloggerInnen, sich ebenfalls an der Aktion zu beteiligen, eine Postkarte auszuwählen und zu verschicken und das Post-Stöckchen einfach weiter zu werfen. Mit ein bisschen Glück sieht es in unseren Briefkästen bald wieder fröhlicher aus.

Wer also diese Postkarte mit Grüßen von mir gerne hätte, sollte unbedingt mitmachen!



Mein Post-für-dich-Stöckchen werfe ich weiter an meine Kollegin Alice Gabathuler und an Annette Weber. Lasst uns den Alltag ein kleines bisschen zum Leuchten bringen.
Danke an Hausfrau Hanna für diese nette Idee!

PS:  Den Original-PostfürDich-Stempel gibt es bei kukuwaja.

Da die Urheberrechte für dieses Motiv bei kukuwaja liegen, denkt bitte daran, ebenfalls auf diese Seite zu verlinken, falls ihr bei der Post-für-dich Aktion mitmachen und auch das Stempelmotiv verwenden wollt. Danke



Freitag, 12. Juni 2015

Schreiben macht Spaß - Teil 2

Ich hatte euch ja von der tollen Schreibwerkstatt in Hildesheim erzählt.
Gestern erreichte mich jetzt eine gelungene Überraschung der Klasse 6E1.
Auf der Homepage der Schule haben sie einen spannenden und sehr ausführlichen Bericht über unsere Schreibwerkstatt veröffentlicht.

Wer wissen will, was wir dort alles so gemacht haben oder wer einfach nur ein paar Bilder angucken möchte ---> HIER geht es zum Beitrag.

© Gymnasium Andreanum in Hildesheim

Lieber Karl, lieber Kai, liebe Klasse 6 E1, herzlichen Dank für die tolle Zusammenfassung unserer Schreibwerkstatt! 
Ja, es war schade, dass wir die Geschichten nicht ganz fertig bekommen haben, uns fehlte exakt die eine Stunde, die wir auf die Orchestermitglieder gewartet haben. Aber wisst ihr, auch das gehört zum
Schriftstellerleben - am Ende wird immer die Zeit knapp ☺

Toll finde ich, dass ihr gerne noch mehr geschrieben hättet. Dann mal ran an die leeren Seiten! Ich hoffe ja doch, dass ich die eine oder andere fertige Geschichte von euch noch zu lesen bekomme. Ich freue mich jedenfalls schon darauf!




Mittwoch, 10. Juni 2015

Schreiben macht Spaß

Zwei wunderbare Tage lang durfte ich Gast sein am Gymnasium Andreanum in Hildesheim. Zu verdanken hatte ich diese Einladung dem Friedrich-Bödecker-Kreis Niedersachsen, der mich für zwei komplette Vormittage in eine sechste Klasse des Gymnasiums schickte. Meine Aufgabe dort: Den Kindern zeigen, wie viel Spaß es machen kann, selbst Geschichten zu schreiben.
Nach zwei wirklich sehr netten Telefonaten bin ich dann doch mit etwas Bauchgrummeln in den Zug gestiegen, denn vorab wurde mir noch erklärt, dass es sich bei "meiner" Klasse um eine ganz besondere Klasse handele: Eine Inklusionsklasse, in der beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder gemeinsam unterrichtet werden.
Würde ich das schaffen? Wie würden die sprachlich schwächeren Kinder mit den sprachlich fitteren mithalten können? Würde sich der eine Teil zu Tode langweilen, während ich mit dem anderen Teil arbeite? Was kann ich von lernbeeinträchtigten Kindern erwarten und was nicht? Meine Erfahrungen auf diesem Gebiet waren gleich Null.
Was mich ein wenig beruhigte, war meine Erinnerung an meinen letzten Ferienschreibkurs im Hochtaunuskreis. Dort hatte ich 13 Kinder zwischen 16 und 8 Jahren an einem Tisch sitzen über eine Woche lang und gelangweilt hat sich meines Wissens nach niemand. Würde schon schiefgehen.

Bis auf die Tatsache, dass mein Zug erst mit 30 Minuten Verspätung in Hildesheim eintraf und mein Abholservice, die wunderbare Deutschlehrerin Frau Frank-Gerstung, sich am Bahnhof die Beine in den Bauch stehen musste, ging überhaupt nichts schief.
Als ich die bereits wartende Klasse betrat, spielten die Kinder zum Zeitvertreib "Galgenmännchen" und wir hatten einen prima Einstieg ins Schreiben.
Alle waren zwei Vormittage lang ununterbrochen begeistert im Einsatz. Wir veranstalteten Schreibspiele, sprachen über Figurenentwicklung, beleuchteten finstere Handlungsorte, suchten nach Möglichkeiten, Gefühle auszudrücken, übten Dialoge und jedes Kind schrieb für sich seine eigene spannende Geschichte. Auch Quatschgeschichten haben wir geschrieben und schon nach kürzester Zeit wollten sogar die sonst eher zurückhaltenden SchülerInnen ihre Werke selbst vorlesen.

Nach zwei Vormittagen waren sich alle einig: Kreatives Schreiben macht richtig viel Spaß. 

Ein besonderes Highlight für mich war aber die Lage der Schule direkt neben dem St. Michaelis-Kloster und die Unterbringung in demselben.

So sieht die Kirche von vorne aus, das Kloster und die Schule befinden sich direkt dahinter.



Mein Zimmer befand sich über dem Kreuzgang oben ganz rechts.

Ich habe die Ruhe an diesem Ort zwischen den beiden Veranstaltungen sehr genossen. Und als dann nachts noch der Vollmond über dem Kloster stand und direkt in mein Zimmer leuchtete, fühlte ich mich fast wie Nele aus dem Holundermond.



Vollmondnächte sind Zaubernächte, sagte Jan immer. Wenn du einmal zaubern möchtest, dann versuche es am besten in einer Vollmondnacht. Da sind die Türen zwischen den Welten weit offen und es gelingt dir vielleicht. 

(Holundermond, Jutta Wilke)



Samstag, 6. Juni 2015

Ein Leben voller Augenblicke

       

       ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Heute feiert mein Papa seinen 80. Geburtstag.
Zu einem besonderen Geburtstag gehört ein besonderes Geschenk. Aber ich fürchte, an einem Tandem-Sprung, einem Tiefsee-Tauchkurs oder einer Wüstenwanderung per Kamel hat mein Papa nicht so richtig viel Spaß. Alles tolle Augenblicke, keine Frage, aber wenn man achtzig Jahre lang ein erfülltes, spannendes, gesundes und glückliches Leben gelebt hat und immer noch lebt, sind all diese Dinge auch irgendwie überflüssig.
Deshalb haben wir uns etwas anderes einfallen lassen.
Zusammen mit vielen Freunden und Verwandten haben wir achtzig schöne und besondere Augenblicke aus dem Leben meines Vaters zusammen getragen. Fotos, Erinnerungen, alte Hotelrechnungen und ähnliches mehr.
Meine Jungs haben achtzig Briefumschläge beklebt, bestempelt, mit fortlaufenden Nummern versehen.
Und jetzt sitzt mein Papa zusammen mit Mama irgendwo an der Ostsee in der Sonne und kann in hoffentlich vielen schönen und lustigen Erinnerungen schwelgen.


Die Idee dazu haben wir vor einiger Zeit auf einem meiner Lieblingsblogs gefunden: mamas kram


Alles Liebe zum Geburtsag, Papa!

Und immer dran denken:



Mut zur Farbe

Ich hoffe, Ihr habt keinen Schreck bekommen, aber ich habe heute einfach mal Farbe gebraucht.
Und jetzt ist es an der Zeit, ganz neu durchzustarten.
Mehr dazu verrate ich Euch in den nächsten Tagen. Heute war einfach nur mal frische Tapete fällig.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!