Donnerstag, 3. Februar 2011

Warum ich schreibe

Das werde ich immer wieder gefragt. Und kann es nicht wirklich beantworten. Einmal habe ich gesagt, man könnte mich genauso gut fragen, warum ich atme.
Ich schreibe, weil ich es muss, will, kann, darf ... weil es meine Art ist, mich auszudrücken, zu sprechen, zu kommunizieren, mich bemerkbar zu machen, zu diskutieren, zu erinnern, zu träumen. Es gibt so vielerlei Gründe, dass ich wirklich nicht die eine einzige Antwort weiß.
Im Grunde müsste ich das Zitat   cogito, ergo sum  (Ich denke, also bin ich) abwandeln in  scribo, ergo sum (Ich schreibe, also bin ich).

Fragen wir besser mal einen berühmten Kollegen, warum er eigentlich schreibt:

Max Frisch - Warum schreiben Sie?

Kommentare:

Alice Gabathuler hat gesagt…

"Warum schreiben Sie?", ist eine der häufigst gestellten Fragen bei Lesungen.

Ich frage dann immer: "Was für ein Hobby hast du?"

Antwort zum Beispiel: "Fussball spielen."

Meine Gegenfrage: "Warum spielst du Fussball?"

Und schon ist alles klar. Ich muss dann gar nicht mehr viel erklären. Vor allem Jugendliche erfassen (fühlen) ganz genau, WARUM ich schreibe, ohne dass sie es wahrscheinlich genau ausdrücken konnten.

Rabenblut hat gesagt…

Liebe Jutta,

scribo, ergo sum gefällt mir sehr gut! :-))
Deine Gedanken dazu berühren mich tief. Ich selbst kann nur eine einzige Antwort darauf geben, die vielleicht eine Kombination von Max Frischs Antwort und Deiner ist:
Weil man das Leben nicht ertragen/leben kann ohne zu träumen.
(Ich warte aber immer noch auf Deinen Holundermond-Traum - ist es endlich erschienen? ich bin schon ganz kribbelig, weil er bisher nur vorbestellbar war.)

Liebe Grüße
Nikola

WortSchmid hat gesagt…

"... weil es schwer ist, das Leben auszuhalten, ohne sich auszudrücken." :-)
Eine herrliche Aussage von Max Frisch, die ich nur unterschreiben kann.
Aber der letzte Satz hat mich besonders berührt: "die ganz naive Lust, etwas zu machen, zu spielen".
Wer schreibt, kann in der Phantasie mit verschiedenen Möglichkeiten spielen. In diesem Spiel gibt es kaum Grenzen, dort ist eine grosse Freiheit verborgen. Und ohne diese Freiheit in den Gedanken wäre das Leben doch ein bisschen trostlos, oder?
Alles Liebe,

Alexandra